Gemeinschaftskunde am Kolleg
Das Kolleg hat gewählt!

- Hier das Gesamtergebnis der Auszählungen der Erst- und Zweitstimmen.
(PDF Datei - 111 KB)
In der Woche vom 17. bis 21. Februar 2025 waren die 8. bis 12. Klassen zur Wahl aufgerufen. Auszuzählen von den Schüler:innen des Leistungsfachs Gemeinschaftskunde waren 334 Wahlzettel bei einer Wahlbeteiligung von 72,77% Organisiert hatte die Wahl das Leistungsfach Gemeinschaftskunde zusammen mit Frau Jasler-Davis.

Die Juniorwahl zur Bundestagswahl 2025 steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und wird bundesweit an 4.500 Schulen durchgeführt und gefördert durch:
Europa politisch erkundet!
Die Leistungsfächer Gemeinschaftskunde (K1 und K2) auf Straßburg-Exkursion

Bei dem Planspiel hatten wir die Gelegenheit die Arbeitsweise der europäischen Institutionen hautnah zu erleben. Wir spielten die Rolle von Mitgliedern des Europäischen Parlaments und diskutierten und verabschiedeten Gesetzentwürfe zu aktuellen europäischen Themen. Während des Planspiels lernten wir mehr über die verschiedenen politischen Parteien und ihre Ansichten, die bei der Gestaltung europäischer Gesetzgebung eine wichtige Rolle spielen.
Durch eine kurze Mittagspause hatten wir auch die Chance die Innenstadt von Straßburg kennenzulernen und in einem der vielen Restaurants und Cafés etwas zu essen.
Am Nachmittag besuchten wir dann den Hauptsitz des Europarats und hatten die Gelegenheit, mehr über die Arbeit und die Ziele der Organisation zu erfahren. Die Mitglieder des Europarats sind 46 europäische Länder, die sich verpflichten, die europäischen Menschenrechtskonventionen und andere relevante rechtliche Instrumente einzuhalten. Außerdem hatten wir die Chance die Räumlichkeit des Europarats zu besichtigen, in dem gerade eine Parlamentarische Versammlung tagte und die Abgeordneten Stellungnahmen verlasen. Vorbereitet wurde der vierte Gipfel in der Geschichte des Europarates seit 1949. Thema in fast allen Beiträgen war der Ausschluss Russlands vom März 2022, die aktuelle Situation in der Ukraine und die Konsequenz einer Neuausrichtung der eigenen Arbeit.
Insgesamt war die Exkursion zum Europäische Parlament und Europarat eine wertvolle Erfahrung, die uns einen tieferen Einblick in die Arbeit der zwei wichtigen europäischen Organisationen gab.
Leonard Leuchter, K2
Ukraine-Krieg - Zeitenwende in der Politik?
Expertengespräch mit Dr. Uwe Berndt anlässlich des Sebastiansfests
Für die Kursstufe bot das Programm im Rahmen des Sebastiansfests eine Talkrunde mit dem Osteuropaexperten Herrn Dr. Uwe Berndt vom Studienhaus Wiesneck, Institut für politische Bildung Baden-Württemberg e.V., zum aktuellen Thema - genau 100 Tage nach Kriegsbeginn.

Schon seit Beginn des Krieges - daran erinnerte einleitend das Organisationsteam - gab es am Kolleg St. Sebastian viele Aktionen, um Solidarität zu zeigen und die Ukraine in diesen schweren Zeiten zu unterstützen: Die SMV organisierte unter anderem eine Sach- und Lebensmittelspende und ein Peace-Zeichen in den Farben der ukrainischen Flagge, das von allen SchülerInnen auf dem Sportplatz geformt wurde. Außerdem kamen schon früh ukrainische Geflüchtete in unsere Klassen und fanden so am Kolleg Anschluss.
Für tiefergehende Informationen zu dem Russland-Ukraine-Konflikt wurde für die Kursstufe am Freitag, den 03. Juni, Dr. Uwe Berndt eingeladen. Er studierte Politikwissenschaften und Osteuropäische Geschichte und arbeitet im Studienhaus Wiesneck als Bildungsreferent. Aufgrund einer Studienreise in die Ukraine mit Aufenthalten in Kiew und Tschernihiw im Mai 2018 kann er die Situation aus einer Innenperspektive einschätzen und viel aus eigener Erfahrung zu erzählen.

Danach ging es mit dem eigentlichen Gespräch weiter. Dieses war vom Leistungsfach Gemeinschaftskunde der K1 vorbereitet worden. Moderiert wurde die Talkrunde von vier SchülerInnen aus dem Kurs von Frau Jasler-Davis. Anna Borgwarth, Anna Krischke, Frederik Reuter und Luca Armbruster legten in dem Gespräch den Fokus besonders auf die Beweggründe Russlands bzw. Putins und mögliche Ausgänge dieses Krieges, aber die Fragen zielten auch auf die Rolle der Medien, den "social-media-War" und die damit verbundene Propaganda.
Dr. Uwe Berndt erklärte, dass Russland mit der Zeit eher zu einem Scheinriesen wurde, der nicht mehr die Macht habe, die Putins Vorstellungen entspräche. Dies liege vor allem an dem "Fluch des Ressourcenreichtums", der dazu geführt habe, dass es versäumt wurde, andere Wirtschaftsbereiche zu modernisieren. Daher gehe es Putin bei dem Angriffskrieg in erster Linie um Machterhalt und um die unbedingte Verhinderung eines Regimewechsels. Um dieses Ziel zu erreichen, zeige Putin eine hohe Gewaltbereitschaft, so Dr. Uwe Berndt. Der Experte kann sich vorstellen, dass die Kriegsverbrechen in der Ukraine zu einer geplanten Strategie der Abschreckung und Einschüchterung gehören.
Die brutale Kriegsführung Putins und der Wunsch nach Machterhalt sind für Dr. Uwe Berndt keine Überraschung, da diese schon im Krieg gegen Syrien und in anderen Auseinandersetzungen zu beobachten waren. Es war für ihn jedoch schockierend und unerwartet, dass Putin einen direkten Angriffskrieg gegen die Ukraine wagte. Dies ist eine sehr offensive und im Europa des 21. Jahrhunderts recht veraltete Art des Krieges, weshalb auch die Frage nach einer Zeitenwende in der Politik aufkommt.

Nur mit der Zeit werde man sehen können, wie der Krieg sich weiterentwickelt und ausgeht, und wie Europa und die EU die Ukraine effektiv unterstützen können. Hier konstatiert Dr. Uwe Berndt den brutalen Angriffskrieg Russlands als möglichen Beginn einer Zeitenwende. Die Sicherheitsordnung in Europa, die vor allem auf Kooperation basiert habe, sei stark angegriffen und laufe Gefahr durch ein System der Konkurrenz zwischen den Großmächten ersetzt zu werden.

Dr. Uwe Berndt sowie das Moderationsteam wurden schließlich mit großem Applaus und einem Dank durch Herrn Moser verabschiedet: "100 Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine hatten wir eigentlich gehofft, dass zu dieser Veranstaltung bereits ein Silberstreif der Hoffnung erkennbar wäre", bilanzierte er und riet den Schülerinnen und Schülern, "bleibt weiter so kritisch in euren Fragen. Darin liegt unsere Hoffnung".
Elena Grau (Leistungsfach Gemeinschaftskunde, K1)
Krieg in der Ukraine

Es ist ermutigend zu sehen, wie die demokratischen Staaten der EU trotz aller Unterschiede in der Vergangenheit angesichts dieser Notlage zusammenstehen und miteinander versuchen, den Konflikt auf hauptsächlich nicht-militärischem Weg zu befrieden. Menschen gehen auf die Straße gegen den Krieg, packen Hilfspakete und nehmen Flüchtlinge auf. Diese Solidarität darf uns Mut machen und unterstreicht den Wert starker demokratischer Werte. Auch in unserer Nähe kann man unterstützend tätig werden: Hier finden Sie alle Informationen zur Ukraine-Hilfe in Freiburg.
Eine Pressemitteilung der Erzdiözese Freiburg sowie aktuelle Informationen zu Gebets- und Spendenaufrufen finden Sie hier.
Eine Stellungnahme der Universität Freiburg / der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und der Hochschulrektorenkonferenz finden Sie hier.
Hier geht es zum Artikel der Badischen Zeitung, der über die Europawoche am Kolleg berichtete.
„In welcher Ordnung wollen wir leben?“

Begleitet durch einen Kurzvortrag von Prof. Dr. Tim Krieger von der Universität Freiburg wurde die Bedeutung Walter Euckens und der Freiburger Schule für die Entstehung der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland nach 1945 erläutert und bis hin zu den zentralen Fragen der Gegenwart nach einer europäischen Sozialstaatlichkeit aufgezeigt: Wie sind Wettbewerb und Solidarität zukünftig in einer immer globalisierteren Welt miteinander zu vereinbaren?
Die lohnenswerte Ausstellung ist für Interessierte noch bis zum 2. Dezember für den Publikumsverkehr in der Meckelhalle der Sparkasse (Kaiser-Joseph-Straße) in der Freiburger Innenstadt geöffnet.
Koalitionsverhandlungen – auch am Kolleg!

Die Optionen „Jamaika“, „Ampel“ und auch eine erneute „große Koalition“ standen zur Diskussion. In Sondierungsungsgesprächen und zwei Verhandlungsrunden glichen die Parteien ihre Positionen zur CO2- und Vermögensteuer, zum Mindestlohn und zur Senkung des Wahlalters ab. Nur beim letzten Punkt waren sich die Parteien rasch einig, der Rest wurde in allen Gruppierungen intensiv verhandelt. Die Grünen taten sich dabei als besonders harte und unnachgiebige Verhandlungspartner hervor, während sich die CDU aufgrund ihres bescheidenen Wahlergebnisses gezwungenermaßen sehr defensiv verhielt.
In der abschließenden Pressekonferenz schien noch sehr viel offen, es konnte aber verkündet werden, dass auch am Kolleg die Ampelkoalition sich als die vielversprechendste Regierungsoption zeigte.
Die Erfahrung für kurze Zeit in die Rolle eines Politikers/einer Politikerin zu schlüpfen und aus dessen Profil heraus zu agieren war für uns Schülerinnen und Schüler ….
- …abwechslungsreich und interessant wegen der intensiven Diskussion.
- …frustrierend, wenn die Zeit zu knapp war.
- …lustig, wenn manche ganz und gar in ihrer Rolle aufgegangen sind.
- …ungewohnt, weil man plötzlich ganz andere als die eigene Position vertreten muss.
- …motivierend, wenn man etwas durchgebracht und sich durchgesetzt hat.
Allerdings war das Rollenspielsetting nicht ganz ausreichend, um wirklich ganz realistische Verhandlungen zu führen, da für echte Kompromisse an einigen Stellen die Zeit fehlte und detailliertes Hintergrundwissen. Dennoch fanden wir die Erfahrung sehr bereichernd und würden einstimmig jederzeit wieder teilnehmen.
Mehrheitlich sprach sich der Kurs übrigens unabhängig vom Rollenspiel für die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP aus, insbesondere, weil in der Konstellation am ehesten die Senkung des Wahlalters, Klimaschutz und Digitalisierung realisiert werden könnte.
Wir sind gespannt, wie sich die Verhandlungen in Berlin entwickeln werden!
Das Leistungsfach Gemeinschaftskunde zusammen mit Frau Jasler-Davis
Mehrheitlich sprach sich der Kurs übrigens unabhängig vom Rollenspiel für die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP aus, insbesondere, weil in der Konstellation am ehesten die Senkung des Wahlalters, Klimaschutz und Digitalisierung realisiert werden könnte.
Wir sind gespannt, wie sich die Verhandlungen in Berlin entwickeln werden!
Das Leistungsfach Gemeinschaftskunde zusammen mit Frau Jasler-Davis
„Wenn du heute an der Bundestagswahl teilnehmen dürftest, wüsstest Du schon, welche Partei Du wählen würdest?“

Das Fach Gemeinschaftskunde beginnt in Klasse 8 und thematisiert aktuelles Geschehen in Politik, Wirtschaft, Recht und Gesellschaft. Wir analysieren, diskutieren, debattieren, was in den Medien derzeit diskutiert wird.
Dabei ist das wichtigste Ziel, dass du herausfinden kannst, wo du politisch stehst und was deine Meinung zu verschiedenen Themen ist. Natürlich hilft dir der Unterricht auch dabei, besser zu verstehen, warum es überhaupt Konflikte gibt in der Politik.
Damit dies gelingt erproben wir in Abstimmungen, Wahlen und Entscheidungsprozessen in der Klasse und als Planspiele hier am Kolleg und in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung immer wieder, was sich aktuell auf der politischen Bühne abspielt und nehmen regelmäßig am Wettbewerb des Landtags Baden-Württemberg teil.
Interessiert?
Die Fachschaft Gemeinschaftskunde freut sich auf Dich und Deine Meinung hier am Kolleg!
Die Fachschaft Gemeinschaftskunde freut sich auf Dich und Deine Meinung hier am Kolleg!